La belle photo | Rette Pauls Foto
Rette Pauls Foto
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Rette Pauls Foto

Rette Pauls Foto

Der Fotostammtisch Frankfurt hat vor kurzem eine kleine Challenge veranstaltet: „Rette Pauls Foto“. Paul ist einer der drei Moderatoren des Stammtisches. Er hat eines seiner Fotos für diese Challenge allen Mitgliedern zur Verfügung gestellt.

Rette-Pauls-Foto

Der Clou: es ist bewusst ein Foto, das nach nichts aussieht und jeder soll durch Bildbearbeitung das bestmögliche herausholen. Wie bearbeitet wird war jedem freigestellt.

Anbei seht ihr meine Einreichung.

Mein Workflow ist fast immer identisch: zunächst die Bildanalyse (wo gibt es Nachbesserungsbedarf?), dann die grobe Vorarbeit in Lightroom und dann der final Touch mit den komplexeren Schritten in Photoshop. Im folgenden erkläre ich euch Schritt für Schritt, wie ich zu diesem Ergebnis gekommen bin. Los geht’s mit der Bildanalyse.

Bildanalyse

  1. Himmel: Diese graue Matschepampe lässt das ohnehin schon flach wirkende Bild noch flacher wirken. Emotionen werden nicht geweckt.
  2. Wasserfläche: Das Wasser nimmt ca. die Hälfe des Bildausschnittes ein. Hauptmotiv ist aber die Brücke. Da im Wasser absolut nichts spannendes zu finden ist, ist der Bereich für das Motiv viel zu groß.
  3. Brücke: Diese ist an sich recht hübsch. Am besten gefällt mir die Stahlkonstruktion. Leider kommt das aktuell noch nicht so recht hervor.
  4. Störende Punkte: Die zwei gelben Bojen und das gelbe Schild rechts im Bild lenken ab und bringen nichts für die Gesamtkomposition.
  5. Bildfehler: Im Foto finden sich noch relativ viele Bildfehler wie z.B. Staubflecken und die Vignettierung + Verzeichnung des Objektivs. Das lässt sich jedoch in der Nachbearbeitung mit wenigen Klicks ausbessern.
  6. Farben und Pop: Das Bild wurde uns als Raw-Aufnahme zur Verfügung gestellt. D.h. es wirkt von Natur aus flach. Dies zeigt sich vor allem in den Grün und Blautönen.
  7. Unruhiges Wasser: Nicht nur die Fläche des Wassers ist störend, sondern auch die Struktur. Aufgrund der kurzen Verschlusszeit wirken die Wellen „eingefroren“ und übersähen das Wasser mit vielen störenden harten Mikrokontrasten.

Grob-Bearbeitung in Lightroom

Im ersten Schritt aktiviere ich für das Canon EF 24-105 f/4 L Objektiv die Objektivkorrektur und entferne die Chromatischen Abberation. Außerdem aktiviere ich die Perspektivkorrektur (Auto), sodass es im Bild keine stürzenden Linien mehr gibt und gebe dem Foto eine gewisse Grundschärfe.

Nun optimiere ich die Tonwerte des Fotos. Im Lightroom Panel „Grundeinstellungen“ ziehe ich die Lichter um -100, die Tiefen +87 und dann bestimme ich den Weiß und Schwarzpunkt. Hier zeigt sich sehr deutlich die Stärke einer Raw-Aufnahme.

Im „Präsenz“ Abschnitt der Grundeinstellungen erhöhe ich die Klarheit um +14 um die Brückenstruktur besser zur Geltung zu bringen. Über den Dynamik-Regler (+36) intensiviere ich die Grün- und Blautöne des Fotos.

Um den leeren Raum überhalb und unterhalb der Brücke zu entferne optimiere ich den Schnitt des Fotos. Jetzt sieht es aus wie ein kleines Panorama.

Mit dem Korrekturpinsel nehme ich Kontrast (-40) und Klarheit (-40) aus dem Wasser. Auf diese Weise zieht das Wasser weniger Aufmerksamkeit auf sich.

Final Touch in Photoshop

In Photoshop dupliziere ich die Basis-Ebene und entferne mit dem Bereichsreparaturpinsel die Bojen. Danach markiere ich das Wasser, setze eine Ebenenmaske darauf und aktiviere einen Smartfilter („Bewegungsunschärfe“). Hierdurch kann ich den fließenden Effekt des Wassers simulieren.

Der schwierigste Part bei der Retouchearbeit ist der Austausch des Himmels. Hierzu öffne ich zunächst ein Foto eines Himmels und mache es dann zu einer Ebene im Projekt.

Ähnlich wie bereits beim Wasser, setze ich auch eine Bewegungsunschärfe auf den Himmel. Dadurch, dass dieser nicht mehr gestochen scharf dargestellt wird, lenkt er nicht so ab.

Die Ebene mit der Brücke und dem „hässlichen Himmel“ wähle ich nun wieder aus und mit dem Trick: „Auswahl“ – „Farbbereich“ kann ich die untere Hälfte des Bildes bequem markieren. Hierzu einfach mit der Pipette die Brückenfarbe aufnehmen und über den „Toleranz-Regler“ einen Wert finden, bis alles markiert ist, bis auf den grauen Himmel. Gegebenenfalls muss mit dem Schnellauswahlwerkzeug die Selektion noch etwas verfeinert werden.

Die Selektion nun Umkehren und über eine Ebenenmaske ausblenden.

Jetzt ist das Bild fast fertig. Schnell zurück in Lightroom, um mit dem Korrekturpinsel noch selektiv die Schärfe und den Kontrast zu verbessern und voila: Pauls Bild ist gerettet.

Klicke auf das Bild für einen Vergleich „bearbeitet“ zu „unbearbeitet“.

  1. RettePaulsFoto_Final
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