La belle photo | Scharfe Fotos
Im Folgenden erläutere ich dir, auf was du achten musst, um knackig scharfe Fotos zu erhalten.
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Scharfe Fotos

Als Fotograf werde ich häufig von Freunden gefragt, warum ein bestimmtes Foto verschwommen oder unscharf ist… Tatsächlich gibt es eine Vielzahl von Einflussfaktoren, welche die Bildschärfe bestimmen. Im Folgenden erläutere ich dir, auf was du achten musst, um knackig scharfe Fotos zu erhalten.

 

Grundsätzlich gibt es vier Phasen in denen man die Schärfe eines Fotos beeinflussen kann:

  • Vor der Aufnahme

    (Pre-Capture Phase)

  • Aufnahme

    (Capture)

  • Nachbearbeitung

    (Post-Capture Phase)

  • Output-Aufbereitung

    (Output Sharpening)

Pre-Capture Phase

Die Schärfe eines Fotos kann man schon vor der eigentlichen Aufnahme positiv beeinflussen (Pre-Capture Phase).

In dieser Phase geht es darum optimale Voraussetzungen zu schaffen, um später möglichst scharfe Bilder zu erhalten. Dabei handelt es sich im Wesentlichen, um die Auswahl und Pflege einer geeigneten Fotoausrüstung.

Halte deine Kameralinse sauber

Schmutz oder Kratzer im Glas beeinträchtigen die Bildqualität.

Halte deinen Kamerasensor sauber

Lass regelmäßig deinen Kamerasensor in einem Fotofachgeschäft reinigen (nur möglich bei Kameras mit Wechselobjektiven). Mit der Zeit setzt sich am Kamerasensor Staub an, der insbesondere bei kleinen Blenden deutlich sichtbar wird. Um Sensorflecken zu verhindern, halte bei einem Objektivwechsel die Kamera mit dem Bajonett Richtung Boden. Schalte die Kamera außerdem beim Wechsel immer ab. Bei den modernen Systemkameras ist der Sensor bei eingeschalteter Kamera stets elektromagnetisch geladen und zieht Staub förmlich an.

Ob dein Kamerasensor dreckig ist kannst du einfach testen. Suche eine weiße Wand, stelle in der Kamera den Aperture-Priority Modus und wähle eine kleine Blende (z.B. F22). Mache nun ein Foto der Wand. Im besten Fall ist alles weiß auf dem Bild. Siehst du aber mehrere kleine schwarze Punkte, dann hängt Staub am Sensor.

Nutze keine „billigen Filter“ auf deinem Objektiv

Jedes zusätzliche Stück Glas verschlechtert die Bildqualität. Wenn du unbedingt einen Filter aufschrauben möchtest, dann wähle einen qualitativ hochwertigen z.B. von Zeiss. Alternativer Schutz für die Frontlinse bietet der nächste Tipp.

Nutze stets die Gegenlichtblende

Die Gegenlichtblende vermindert Linsenreflexionen und Blendenflecken und wirkt sich in bestimmten Beleuchtungssituationen positiv auf die Bildqualität aus.

Nutze ein „scharfes“ Objektiv

Hier ein paar Orientierungshilfen: Normalerweise kann man davon ausgehen, dass Festbrennweiten schärfer sind, als Zoomobjektive. Häufig sind Objektive ohne Stabilisierung schärfer als Objektive mit optischer Stabilisierung. Neuere Modelle sind meistens besser als vergleichbare ältere (neue optische Formel, bessere Vergütung usw.).

Um vor einem Kauf herauszufinden, ob eine Lins scharf ist, empfiehlt es sich einige Rezensionen zu lesen. Anbei einige Links zu Websiten, welche ich nutze:

Eine gute Indikation über die Objektivschärfe kann auch ein MTF-Chart liefern. Was sich hierhinter verbirgt lässt sich super bei http://www.cambridgeincolour.com/tutorials/lens-quality-mtf-resolution.htm nachlesen.

Mehr Megapixel

Die Anzahl an Megapixel einer Kamera bestimmt wie viele feine Details maximal aufgenommen werden können. Aber Achtung: viele Megapixel allein, bedeutet nicht, dass eine Aufnahme automatisch schärfer wirkt!

Verzichte auf einen Tiefpassfilter

Lange Zeit haben Kamerahersteller vor die Bildsensoren sogenannte Tiefpassfilter gebaut. Diese Filter haben den Vorteil „Moiré“ zu verhindern (Verzerrungen im Bild aufgrund bestimmter Musterfolgen). Der Nachteil: die Aufnahme verliert etwas an Schärfe. Bei den heutigen Megapixelwerten moderner Bildsensoren sind die Pixelraster derart klein, dass nur noch wenige Objekte „Moiré“ verursachen. Aus diesem Grund sollte man sich für Kameras ohne Tiefpassfilter entscheiden.

Fotografiere immer im Raw-Format

Wenn du im JPEG – Modus fotografierst, schärft die Kamera jede Aufnahme gleichförmig und wendet eine ggf. unnötige Rauschreduzierung durch. Durch die Bildkompression gehen außerdem viele Detailinformationen verloren.

Im Raw-Format werden die Bilder nicht geschärft (Bildnachbearbeitung wird zur Pflicht). Dafür bleiben alle Bildinformationen erhalten und man kann in der Nachbearbeitung selektiver das Foto schärfen.

Stelle sicher, dass alle deine Objektive zentriert sind

Leider sind nicht alle produzierten Objektive ohne „Macken“. Fehler in der Produktion in Verbindung mit einer schlechten Qualitätssicherung, Transportschäden oder Eigenverschulden kann dazu führen, dass sich Linsenelemente im Objektiv verschieben. Die Folge: Lichtstrahlen durchlaufen nicht die optimale Axe und reduzieren die Schärfe des Bildes.

Ihr fragt euch jetzt sicherlich: Wie kann ich testen, ob ein Objektiv dezentriert ist? Ganz einfach: Macht ein Foto mit offener Blende von einem weit entfernten Objekt und schaut euch den Schärfeverlauf eures Fotos an. Normalerweise verläuft die Schärfe gleichförmig im Bild. Am schärfsten im Zentrum und zu den Ecken hin immer unschärfer. Wenn jetzt aber eine Ecke unscharf ist, die restlichen jedoch sehr scharf, dann ist das ein deutliches Indiz dafür, dass das Objektiv dezentriert ist.

Capture Phase

Bei der Capture Phase handelt es sich um die eigentliche Aufnahme des Fotos und den dazugehörigen Einstellungen: Fokus, Tiefenschärfe usw.

Diese Phase hat einen deutlich höheren Einfluss auf die finale Bildschärfe, als die eben besprochene Pre-Capture Phase.

Vermeide Verwacklungen

Verwacklungen bzw. Mikrowackler sind der häufigste Grund, warum Bilder unscharf sind. Zum Glück gibt es eine ganze Reihe an Strategien, um Verwacklungen weitestgehend auszuschließen. Primär ist hier die Nutzung eines Stativs zu nennen (o.ä. Bean Bag, Gorilla Pod…). In diesem Fall empfiehlt es sich die Vibrationsreduzierung beim Objektiv und/oder Kamera auszuschalten. Ansonsten versucht die Technik Wackler auszugleichen, die es gar nicht gibt. Zusätzlich empfiehlt sich:

  • Nutzung eines Fernauslösers oder des Timers, um den Verschluss zu betätigen
  • Den eigenen Körper nutzen, um Wind abzublocken
  • Vibrationen des Bodens antizipieren. Beispiel: Man fotografiert auf einer Brücke, welche auch von Autos genutzt wird. Den Auslöser in dem Moment betätigen, an dem kein Auto auf Höhe der Kamera ist.
  • Aktivierung der Spiegelvorauslösung (sofern vorhanden).
  • Verwendung kurzer Brennweiten (lange Brennweiten verstärken den Effekt von Vibrationen und werden tendenziell schneller unscharf)

Falls man nicht die Möglichkeit hat ein Stativ zu nutzen und die Kamera in der Hand halten muss:

  • Aktivierung Vibrationsreduzierung beim Objektiv und/oder Kamera (sofern verfügbar)
  • Kamera mit beiden Händen halten
  • Arme möglichst press an die Brust (durch den Winkel im Ellbogen und der entspannten Muskulatur vibrieren die Arme weniger
  • Ggf. mit dem Körper irgendwo anlehnen (verleiht dem Körper zusätzliche Stabilität) oder die Arme irgendwo ablegen

Stell sicher, dass der Fokus sitzt

Der Fokuspunkt bestimmt, welches Bildelement definitiv scharf abgebildet wird. Falsch fokussierte Aufnahmen sind in der Nachbearbeitung (eigentlich) nicht mehr zu retten. Deshalb ist es ratsam sich stets bewusst zu machen, was das Motiv/das wichtigste Element der Komposition ist und dann darauf scharf zu stellen.

Um sicherzustellen, dass der Fokus sitzt, nutze ich beispielsweise bei der Landschaft und Architekturfotografie stets den manuellen Fokus.

Wähle die passende Tiefenschärfe für dein Motiv

Die Tiefenschärfe ist der Bereich eines Bildes, der scharf dargestellt wird. Je geschlossener die Blende (großer F-Wert), umso größer wird dieser Bereich.

Bei F 1.4 ist die Tiefenschärfe meist marginal, sodass selbst bei kleinen Abweichungen das Motiv (z.B. eine Person) nicht mehr perfekt in der Schärfeebene liegt und unscharf abgebildet wird.

Bei höheren F-Werten z.B. F11 ist die Tiefenschärfe deutlich größer. In der Landschaftsfotografie möchte man häufig von vorne bis hinten alles scharf haben. Aus diesem Grund wählt man für diesen Einsatzzweck eine Blende zwischen F8-F16.

Der Bereich der Tiefenschärfe verteilt sich nicht gleichseitig vom Fokuspunkt sondern stets 1/3 vor dem Fokuspunkt und zu 2/3 dahinter. Diese Eigenschaft der Tiefenschärfe nutzen viele Landschaftsfotografen, um den Gesamtschärfe-Eindruck des Bildes zu optimieren. Es wird auf ein Objekt fokussiert, welches bei 1/3 der Szene positioniert ist (Horizont = 3/3). Die Distanz zum Objekt (1/3 der Szene) nennt man im Fachjargon Hyperfokale Distanz. Diese Technik brauchst du nur, wenn es kein Highlight in der Szene gibt. Wenn doch, empfehle ich immer lieber darauf zu fokussieren.

Mach dir den ``Sweetspot`` eines Objektivs zu Nutze

Jedes Objektiv hat einen „Sweetspot“, d.h. eine bestimmte Blende bei der es am schärfsten auflöst. Meist liegt dieser Bereich zwischen F 5.6 und F8.

Die Öffnung der Blende bei kleinen F-Werten bewirkt, dass Lichtstrahlen nicht mehr nur durch das Zentrum der Linsen gehen, sondern ebenfalls durch die Randbereiche. Die höhere Lichtmenge und schwächeren Randbereiche der Linsen haben zur Folge, dass die Bilder etwas „soft“ aussehen.

Schließt man die Blende, nimmt dieser Effekt ab und das Bild müsste theoretisch immer schärfer werden. Das stimmt zwar, aber ab ca. Blende F9 tritt ein weiteres Phänomen auf, welches wiederum die Bildqualität beeinträchtigt: Diffraktion (Beugungsunschärfe).

Die Ursache liegt in der Beugung des Lichts am Blendenrand. Durch die Beugung treffen die Lichtstrahlen nicht den optimalen Punkt auf dem Bildsensor, sondern verteilen sich über die ganze Sensorebene. Diffraktion gibt es zwar auch bei einer geöffneten Blende, aber je weiter man abblendet, desto höher ist der Anteil der gebeugten Lichtstrahlen.

Verwende in bestimmten Situationen eine kurze Belichtungszeit

Die Kamera hat nicht gewackelt, Fokus und Tiefenschärfe passen, aber das Motiv ist trotzdem unscharf… woran liegt’s?

Unschärfe im Bild kann auftreten, wenn die Kamera wackelt oder sich Objekte in der Szene bewegen. Ein galoppierendes Pferd, ein Vogel im Flug… das sind alles Motive bei denen eine kurze Verschlusszeit notwendig ist, um die Objekte scharf darzustellen. Probiere am besten immer aus, welche Verschlusszeit für deinen Einsatzzweck am optimalsten ist.

Eine kurze Verschlusszeit hilft dir außerdem Kamerawackler zu minimieren, wenn du mal ohne Stativ fotografierst.

Öffne die Blende bei schlechten Lichtverhältnissen, anstatt den ISO-Wert zu erhöhen

Für die Schärfe eines Fotos ist es häufig vorteilhafter bei schlechten Lichtverhältnissen die Blende weiter zu öffnen, anstatt den ISO-Wert zu erhöhen.

Überprüf die Bilder vor Ort

Unscharfe Fotos oder Fehlfokussierungen passieren. Solange dir das vor Ort auffällt, ist es aber nicht so schlimm. Mach einfach eine neue Aufnahme

Post-Capture Phase

Im typischerweise letzten Schritt der Bildbearbeitung: dem Schärfen und der Rauschreduzierung kann die Schärfewirkung eines Fotos maßgeblich angepasst werden. Hier zahlt es sich aus, wenn man im RAW-Modus fotografiert, da im JPEG-Modus beim Nachschärfen schnell Schärfeartefakte auftreten.

Generell wird das Schärfen in einer 100% Ansicht durchgeführt, um die Anpassungen besser beurteilen zu können.

Übertreib es nicht mit der Rauschreduzierung. Entferne Rauschen lieber selektiv.

Jegliche Art von Rauschreduzierung wird die Schärfe der Fotos beeinträchtigen und Mikro-Details gehen verloren. Meistens ist meine Basis-Rauschreduzierung deshalb eher gering und nur in bestimmten Problembereichen des Fotos entferne ich das Rauschen aggressiver. Nur weil ein kleiner Bereich des Fotos (z.B. Schatten) starkes Rauschen aufweist, muss man nicht gleich das das Bild gleichförmig „weichspülen“.

Leichtes Filmkorn verstärkt die Schärfewirkung

Bei hohen ISO-Werten ist man gerne versucht, eine entsprechend starke Rauschreduzierung durchzuführen. Meine Erfahrung: es ist gar nicht schlimm, wenn noch etwas Restrauschen übrig bleibt. Etwas Filmkorn verstärkt sogar in manchen Situationen die Schärfewirkung des Fotos.

Balance zwischen Rauschreduzierung und Schärfen

Es hat einen Grund, warum beide Optionen in Lightroom im gleichen Panel zu finden sind. Es ist wichtig, dass Rauschreduzierung und das Schärfen des Bildes im Einklang stehen. Hier meine Regel: Je stärker die Rauschreduzierung, desto weniger Schärfe ich das Foto (und umgekehrt). Wenn man ein Foto schärft, wird es tendenziell „körniger“, und Rauschen sollte nicht durch zu starkes schärfen zusätzlich betont werden.

Schärfe deine Fotos in der Nachbearbeitung

Alle gängigen Nachbearbeitungsprogramme bieten mittlerweile eine große Auswahl an Werkzeugen an, um die Schärfe der Fotos zu verbessern. Es lohnt sich in jedem Fall sich mit den Tools vertraut zu machen. Nachfolgend gebe ich dir eine kurze Einführung in die Schärfemöglichkeiten in Lightroom.

Anwendung der optimalen Einstellungen beim Schärfen der Bilder in Lightroom in Abhängigkeit zum Motiv

Für jedes Motiv gibt es eine optimale Einstellung der Regler in Lightroom. Aus diesem Grund ist es wichtig die Bedeutung der Regler zu lernen:

 

  1. Betrag: Dieser Regler bestimmt die allgemeine Stärke der Bildschärfung. Je höher der Wert, desto stärker das Schärfen. Bei 0 wird das Foto überhaupt nicht geschärft.
  2. Radius: Hiermit kann man den „Radius“ in Pixel der Schärfung bestimmen (standardmäßig 1 Pixel um die entsprechenden Kanten). Wenn ein Bild viele Microdetails enthält senke ich den Wert auf bis zu 0,5 Pixel. Bei wenig detailreichen Bildern erhöhe ich den Wert auf bis zu 2 Pixel. Den maximalen Wert von 3 Pixel sollte man nicht verwenden.
  3. Details: Wie der Name schon suggeriert, kann man mit diesem Regler den Detailgrad der Schärfung bestimmen. Bei einem niedrigen Wert werden nur „dicke“ Kanten geschärft, bei einem hohen Wert selbst die feinsten/dünnsten Kanten. Ich empfehle den Wert nicht über 50 zu drehen, da das Bild sonst schnell „überschärft“ wirkt.
  4. Maskieren: Mit diesem Regler kann man Bereiche „maskieren“, die nicht geschärft werden sollen z.B. Himmel oder das Bokeh bei Porträtaufnahmen. Je höher der Wert, desto weniger vom Bild wird geschärft (nur noch die klaren Kanten mit einem hohen Kontrast).

Schärfe deine Fotos selektiv

Ähnlich wie bei der Rauschreduzierung, sollte man auch beim Schärfen selektiv vorgehen. Bestimmte Bereiche müssen nicht geschärft werden, weil diese in der Natur auch nicht scharf sind z.B. Wasser, Wolken, Himmel. Andere Bereiche mit viel Struktur profitieren hingegen von einem überdurchschnittlichen Schärfen z.B. Felsen. Durch selektives Schärfen kann man zudem den Betrachter eines Fotos durchs Bild lenken: scharfe Bereiche ziehen Aufmerksamkeit an / unscharfe Bereiche generieren keine Aufmerksamkeit und können diese auch nicht halten. Für die Bildwirkung verwende ich deshalb häufig den Gausschen Weichzeichner, um die Schärfe unwichtiger Bereiche etwas zu reduzieren.

Übertreib es nicht mit der Bildschärfe

Wenn man ein Bild digital nachschärft, kann es schnell passieren, dass es „überschärft“ wirkt. Insbesondere JPEG-Aufnahmen, die ja schon standardmäßig geschärft werden und weniger flexibel in der Nachbearbeitung sind, wirken schnell überschärft. Es entstehen bei der Schärfung schnell künstliche Artefakte. Ein überschärftes Foto erkennt man an harten, sichtbaren Kanten, zu vielen Details/Textur und digitalem Korn, welches beim Schärfevorgang entsteht.

Focus Stacking für eine größere Tiefenschärfe

Fokus Stacking ist eine Technik, welche vor allem in der Landschafts- und Makrofotografie verwendet wird und die Verwendung eines Stativs bedingt. Vor Ort müssen mehrere Aufnahmen vom gleichen Motiv aufgenommen werden. Der Clou: die Fotos müssen unterschiedliche Fokusebenen haben. In der Nachbearbeitung kombiniert man dann die scharfen Bereiche aller Aufnahmen, für eine größtmögliche Tiefenschärfe.

Output Sharpening

Der letzte Schritt im Schärfeprozess ist das Output Sharpening. Das Foto ist zu diesem Punkt schon fertig retuschiert und es geht nur noch darum, es bestmöglich zu präsentieren.

Optimale Einstellungen für Facebook

Für die bestmögliche Schärfe von Facebook-Fotos gibt es einige Tricks:

  • Fotos auf 2048 pixel (lange Kante) herunterskalieren.
  • Anschließend leichtes Nachschärfen. Wichtig: nicht übertreiben, weil Facebook bei der Komprimierung jedes Foto nochmals nachschärft.
  • Auswahl sRBG Farbspektrum
  • Als 24 bit -PNG Datei abspeichern und hochladen (PNG Dateien werden von Facebook nicht komprimiert)

Optimaler Bildexport für Print

Mit dieser Thematik lässt sich sicherlich ein Buch füllen. Anbei lediglich einige kleine Anmerkungen:

  • Je nach Betrachtungsabstand muss unterschiedlich geschärft werden. Ein großes Plakat sieht von nahem häufig unscharf aus. In 10-20 Metern aber dann extrem scharf.
  • Je schärfer das Ausgangsmaterial, desto weniger muss speziell für den Druck nachgeschärft werden
  • Druckerauflösung und die Papiersorte (hochglanz ist schärfer) haben ebenfalls eine Auswirkung auf die Schärfewirkung

Optimaler Bildexport für die Nutzung auf der eigene Website

Für die eigene Website hat man theoretisch die große Flexibilität, in welcher Qualität Fotos dargestellt werden. Für eine gute Performance der Website empfiehlt es sich jedoch, mit der Qualität nicht zu übertreiben. Wer kein Content Delivery Network und schnelle Server gebucht hat, wird durch große, scharfe Fotos (große Datengröße) nur die Ladezeiten der Website nach oben treiben.

Hier ein paar Tipps/Richtgrößen:

  • Bildgröße auf max. 200 kb beschränken
  • sRGB Farbspektrum
  • JPEG-Dateiformat
  • max. 1200 Pixel lange Kante
  • Schärfen für Betrachtung am Bildschirm (Einstellung in Lightroom)

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